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Richtig «Aktivlaufen»
Ich gehe etwa 2-mal pro Woche 1 Std. bis 1,5 Std. laufen. Pro Jahr mache ich an etwa 5 Läufen mit. Schon öfters habe ich vom «Aktivlaufen» gehört oder gelesen. Nun probiere ich zwischendurch, diese Laufart zu trainieren. Ich weiss aber nicht, ob ich es richtig mache und ob es überhaupt einen Sinn macht. Ich habe es so verstanden, dass man beim Laufen nur die vordere Fusspartie am Boden aufsetzt, also die Ferse den Boden gar nicht berührt. Am Anfang war es recht ungewohnt, so zu laufen, aber es geht jedesmal besser. Ist es bei mir sinnvoll, den Laufstil zu wechseln? Habe ich die Technik einigermassen richtig begriffen?

Antwort: Dr. Med. Thomas Wessinghage

Die natürlichste Art zu laufen, ist fraglos das Barfusslaufen. Dabei ist der Mensch gezwungen, ohne Hilfsmittel und ohne Dämpfung des Laufschuhs, seinen Körper bei jedem Schritt weich abzufangen. Das gelingt nur, wenn der Fuss den Boden etwa in Höhe des Kleinzehengrundgelenkes berührt. Die vorgespannte Muskulatur wirkt wie eine Federung, so dass die eigentlich recht empfindliche Ferse Augenblicke später sanft auf den Boden aufsetzen kann. Nur bei sehr hohem Lauftempo (Sprint) ist die Vorspannung der Muskulatur so hoch, dass kein Fersenkontakt mehr zu Stande kommt. Der Mensch kann sehr wohl ohne Schuhe laufen -sehr erfolgreich zudem -wie die Läufer aus Kenia und Äthiopien immer wieder beweisen. Laufen gehört quasi zu unserem genetischen Vermächtnis. Deshalb halte ich es für sinnvoll, den oben beschriebenen Laufstil auch dann zu praktizieren, wenn Laufschuhe getragen werden. Nicht jeder «Fersenläufer» muss seinen Laufstil aber umstellen, insbesondere dann nicht, wenn gar keine Probleme mit dem Bewegungsapparat bestehen. Auf jeden Fall muss der Bewegungsapparat für seine Aufgabe gerüstet sein. Das Körpergewicht sollte nicht zu hoch, die Muskulatur, insbesondere der Zwillingswadenmuskel, kräftig genug sein. Deshalb empfiehlt sich bei vielen Einsteigern, den optimalen Laufstil durch ein entsprechendes Krafttraining vorzubereiten. Kniebeugen (mit endgradigem Anheben der Ferse), Schrittsprünge oder auch ein entsprechendes Gerätetraining im Fitnessstudio sind dabei sehr hilfreich (anschliessend Stretching nicht vergessen).
Quelle: Fit for Life 5/00

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