Die Gefahr für Laufanfänger ist nicht, dass sie zu langsam, sondern dass sie zu schnell laufen. Das richtige Lauftempo für Anfänger ist kaum schneller als das Gehtempo.
Am Anfang kommt es nicht auf das Tempo an, sondern alleine auf die Bewegung. Hauptsache, Sie kommen nicht außer Atem. Was das Laufen vom Gehen (selbst bei gleichem Tempo) unterscheidet, ist der größere Energieumsatz, denn beim Laufen heben Sie Ihr gesamtes Körpergewicht Schritt für Schritt vom Boden ab und fangen es wieder auf. Beim Gehen wird das Gewicht dagegen immer von einem Bein gestützt. Ihr ideales Lauftempo haben Sie gefunden, wenn Sie sich problemlos mit Mitläufern unterhalten können (bzw. könnten, wenn Sie alleine laufen). „Problemlos" bedeutet, dass Sie bei einer Unterhaltung während des Laufens nicht zwischen den Worten nach Luft schnappen müssen und nur noch flach atmen. Orientieren Sie sich, was das Lauftempo betrifft, nicht an anderen Läufern, denen Sie begegnen, oder solchen, die Sie überholen. Übrigens: Mehr als die Hälfte aller Läuferinnen und Läufer läuft zu schnell. Für Sie als Anfänger ist es wichtig zu wissen, dass sich der „Wert" eines Lauftrainings nicht daran misst, dass Sie am Schluss erschöpft sind, sondern im Gegenteil daran, dass Sie das Gefühl haben, noch einige Kilometerweiterlaufen zu können. Dann haben Sie sich optimal belastet.
Der ideale Laufeinstieg ist eine Kombination von Gehen und Laufen. Das Laufen mit Pausen bringt schnell den Effekt, den Sie sich als Laufanfänger versprechen: Sie kommen voran, legen eine Strecke zurück, die Sie sich vor einigen Wochen noch nicht zugemutet hätten, und dies flotter als im Spazierschritt. Vielleicht haben Sie beim 20-minütigen abwechselnden Gehen/Laufen noch nicht das Gefühl, befreit und unbeschwert nahezu endlos weiter laufen zu können, aber immerhin stellt sich diese Art Hochgefühl ein, das sich mit dem Gedanken beschreiben lässt: „Ich spüre, dass ich etwas für meinen Körper getan habe." Spätestens bei der anschließenden Dusche fühlen Sie dies unweigerlich.