Die Achillessehne ist eine der stärksten Sehnen des menschlichen Körpers und dennoch ist sie nicht selten überfordert und reisst sogar manchmal ganz plötzlich und ohne ersichtlichen Grund. Achillessehnenverletzungen gehören nicht nur zu den häufigen, sondern leider auch zu den langwierigen und schwer zu behandelnden Verletzungen. Gemeinsamer Nenner der unterschiedlichen Ursachen für eine Achillessehnenreizung ist sicherlich die Funktionsstörung. Neben «echten» Verletzungen (z. B. Tritt in die Ferse beim Fussball) und wiederholten Muskelverletzungen (z. B. heftiges und abruptes Landen auf hartem Boden wie beim Turnen) sind es beim Laufen oft Fehlbeanspruchungen, die zur chronischen Reizung des Sehnengleitgewebes und später auch der Sehne selbst führen. Bei der Untersuchung der Sehne lässt sich oft eine spindelförmige Verdickung nachweisen, zudem Druck- und vor allem Belastungsbeschwerden. Die Folgen sind sowohl chronische Entzündungen der Sehne oder allenfalls auch ein Sehnenriss. Die möglichen Ursachen einer Achillessehnenreizung sind sehr vielschichtig und können in nahezu allen Regionen des menschlichen Körpers ihren Ursprung haben. Bei Ausdauersportlern (Läufern) sollte speziell auf folgende Befunde geachtet werden:
• Fussstatik (Knick-Senkfuss, Hohlfuss, Spreizfuss)
• Beinachse (O-Bein, X-Bein)
• Beinlängen (Differenz)
• Funktion der Wadenmuskulatur (Verkürzung von Zwillingswadenmuskel, Schollenmuskel)
• Wirbelsäule (Haltung, Funktion der Rumpfmuskulatur, entzündliche Erkrankungen, Rheuma)
• Becken (Stabilisierung beim Laufen)
• Sportbedingte Ursachen (Umknicken, Sprungbelastung)
• Sportschuhe (Passform, Länge, Weite)
Nicht selten sind zum Beispiel Rückenbeschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule bzw. des Beckens mit Problemen der Achillessehne verbunden. Therapeutisch betrachtet ist die Beseitigung der Ursachen natürlich sicherlich die beste Massnahme, aber leider oft auch eine sehr schwierige. Eben gerade weil die Ursachen so vielschichtig auftreten, ist eine genaue Diagnostik ausserordentlich schwierig, zumal sich optische Auffälligkeiten nicht immer gleich auswirken.
Zur unmittelbaren Behandlung haben sich die Dehnung der Wadenmuskulatur und die tiefe Querfriktion (beim Physiotherapeuten) bewährt.
Was tun bei Achillessehnenproblemen?
• Dehnen Sie täglich mehrmals intensiv Ihre Fuss- und Wadenmuskulatur.
• Kräftigen Sie Ihre Schienbeinmuskulatur.
• Kühlen Sie die Sehne (nach dem Dehnen) täglich mit kaltem Wasser oder Eis.
• Lieber kurze Strecken laufen (dafür häufiger) als lange Strecken.
Quelle: Fit for Life