Wer mehr als 80 Kilo (Frauen: 70 kg) wiegt, gilt bei uns als „schwerer Läufer". Das ist keineswegs despektierlich gemeint. Es ist ferner nicht sinnvoll, solchen Läufern zu raten, sie sollten erst einmal abnehmen schließlich steht bei diesen Personen meistens Körpergrösse (bei Männern 1,85 m und mehr, Frauen 1,70 und größer) und Gewicht durchaus in einem normaVerhältnis. Allerdings sollten diese Läuferinnen und Läufer einiges beachten, was für schmalere Figuren nicht in diesem Maße gilt. Je größer und schwerer ein Läufer ist, desto mehr Energie muss er für ein entsprechendes Lauftempo aufbringen. Deshalb müssen kräftige Läufer auch im Training manches anders machen als NormaIgewichtige, das betrifft nicht zuletzt auch die Ausrüstung. Natürlich profitieren schwere Läufer ebenso von langen Läufen,
schnellen Läufen, Bergaufläufen, Krafttraining usw., und natürlich gelten für sie dieselben Trainingsprnizipien wie für die leichtgewichtigen Läufer, aber es gibt Unterliede.
Schwergewichtige, große Läufer müssen bei der Steigerung der Laufumfänge und Laufintensitäten sehr vorsichtig sein. Die kräftigen Läufer der haben nachweislich eine modifzierte Belastungsverträglich; plötzliche Mehrbelastungen führen bei ihnen schneller zu orthopädischen Überlastungen. Beim Marathontraining sollten schwere Läufer vier statt drei Monate der direkten Vorbereitung einräumen.
Kräftige Läufer sollten sich beim Krafttraining zurückhalten. Da grosse, schwere Läufer von Natur aus dazu tendieren, schneller Muskelmasse aufzubauen, müssen sie beim Krafttraining unbedingt zurückhalten. Nur weil sie es problemlos können, sollen sie nicht die großen Gewichte stemmen. „Viele Wiederholungen mit geringen Gewichten" ist gerade für schwere Läufer die oberste Trainingsmaxime im Fitness-Studio bzw. an Kraftgeräten. Es geht in erster Linie für einen Läufer nicht um Zuwachs von Muskelmasse, sondern um Aus- und Aufbau von Kraftausdauer bzw. Widerstandsfähigkeit der Muskulatur. Ein echter Muskelaufbau macht im Krafttraining eines Läufers nur für die Muskelgruppen Sinn, die er beim Laufen grundsätzlich vernachlässigt (Brust, Bauch, Rücken), oder solche, die aufgrund mangelnder Anlage seinen Laufstil so wesentlich beeinträchtigen, dass Verletzungen die Folge sind.
Schwere Läufer müssen mehr trinken als leichte Läufer, denn große, kräftige Menschen schwitzen mehr als kleine und leichtgewichtige. Mit den ansonsten empfohlenen 0,2 Litern Flüssigkeit, die man idealerweise alle 20 Laufminuten konsumieren sollte, kommen sie nicht aus. Vor allem bei Wärme muss es unbedingt mehr sein. Für kräftige Läufer gilt also mehr noch als für leichte Läufer: Bei hohen Temperaturen Training reduzieren.
Je kräftiger der Läufer, desto gewissenhafter sollte die Schuhauswahl sein. Die Modellauswahl ist allerdings so groß, dass nahezu für jeden Läufertypus mehrere Modelle verschiedener Hersteller zur Wahl stehen, auch für die Schwergewichte. Allerdings: Je schwerer ein Läufer ist, desto schneller sind seine Schuhe abgelaufen und ausgetreten. Sind Laufschuhe gewöhnlich nach 800 Laufkilometern abgelaufen, ist dies bei schweren Läufern in der Regel schon nach 500 Kilometern der Fall.
Kräftige Läufer müssen ihre Haut an wundempfindlichen Stellen besser schützen: also im Sommer (beim Tragen von ärmellosen Singlets) unbedingt unter den Achseln und (beim Tragen von kurzen Hosen) am inneren Oberschenkel, am besten mit Vaseline oder Hirschtalg. Das gilt vor allem für Läufe, die länger als eine Stunde dauern, und für Wettkämpfe.
Quelle: Runners