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Ob frühlingshaft mild oder klirrend kalt:
Wer sich auch im Winter regelmässig in die Pedale hängt, flitzt im Sommer gut trainiert durch die Wälder.
VON ARIflNE LENDENMANN

Entgegen hartnäckiger Vorurteile braucht Ihr Mountainbike keinen Winterschlaf monatelange Kellerlagerung bringt weder den Drahtesel noch Sie schneller auf Touren. Anstatt noch zwei Monate auf warme Sonnenstrahlen zu warten, sollten Sie schon jetzt - trotz vielleicht garstigem Wetter - rauf aufs Bike. Beim Trampeln im Nebel, Regen oder Schnee trainiert es sich auch viel kurzweiliger als in der warmen Saison. «Die kalte Jahreszeit eignet sich hervorragend zur Verbesserung der Fahrtechnik. Das Fahren auf glitschigem Matsch oder in hart gefrorenen Spuren ist technisch anspruchsvoller und fordert Konzentration, Ausdauer, Kraft und Koordination», sagt Sportcoach Urs Gerig, ehemaliger Lauf-, Mountainhike- und Triathlon-Spitzensportler. «Wer im Winter bei erschwerten Bedingungen aufs Bike steig!, fährt im Frühling gleich um Klassen besser.» Doch auch als Ausdauertraining ist Bken im Winter für viele optimal: Dem übergewichtigen Einsteiger schmelzen schon beim gemütlichen Fahren auf Waldwegen seine Fettpölsterchen weg. Für den ambitionieren Freizeitsportler ist der Ausflug durch die Wälder eine kurzweilige Alternative zum Schneetraining, wenn sich die Fahrt ins Skigebiet wegen schlechten Wetters nicht lohnt. Der leistungsorientierte Rennradfahrer braucht dank dem Mountainbike auch bei Kälte und Schnee nicht auf sein Training zu verzichten. So bringt auch er bereits im Frühling mächtig Druck auf die Pedale. Besonders wichtig ist das Wintertraining aber für passionierte Mountainbiker, die schon bald locker und mit guter Technik die Berge hochkraxeln wollen.

Für alle aber gilt: Nur die Hänge hochbolzen bringt weder der Fettverbrennung noch der Ausdauer-Grundlage etwas. «Das Training im Winter sollte ungezwungen, spielerisch und ohne Leistungsdruck sein», sagt Buchautor Gerig. «Geniessen Sie im windgeschützten Wald ohne zu viel kalten Fahrtwind das abwechslungsreiche Terrain. Aber schützen Sie besonders die neuralgischen Punkte wie Kopf, Füsse und Hände mit wind- und wasserdichter Bekleidung.» Kalt sollte Ihnen auf dem Bike nur gerade während der ersten Minuten sein, mit der körperlichen Belastung wärmt sich der Körper rasch auf. Unerlässlich beim Mountainbiken ist auch eine Sportbrille mit hellen Gläsern. Sie schützt vor dem Wind - und vor hochspritzendem Dreck. Wichtig: Das Bike gleich nach der Tour abspritzen und reinigen. Dann macht auch die nächste Tour wieder Spass.

Ein spezieller Tipp vom Profi:
«Die meisten Mountainbiker haben viel zu viel Luft in ihren Pneus.» Das Rollverhalten mit harten Reifen ist auf Velowegen zwar angenehm. Doch dafür ist das Bike ja nur bedingt gemacht. «Auf nassem Untergrund, auf Steinen und Wurzeln hat man mit wenig Luft wesentlich mehr Bodenhaftung, der Pneu schmiegt sich richtiggehend ans Hindernis.» Ein weiterer Vorteil: Die Rückschläge von Bodenunebenheiten werden besser absorbiert, Hintern und Gelenke geschont. «Empfehlenswert ist ein Luftdruck von 2,5 bis 3,5 Bar. Je breiter der Pneu, desto weniger Luft braucht er.»

SonntagsBlick 11. Februar 2001

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